Trinkwasserqualität in Deutschland

Grundwasser TrinkwasserDie Qualität des deutschen Grund- und Trinkwassers nimmt laut Bund der Energie- und Wasserwirtschaft stark ab. Grund hierfür sind vor allem die seit Jahren steigenden Nitratbelastungen. Laut Bundesumweltministerium ist zur Zeit das Wasser von rund einem Drittel der Fläche Deutschlands von Grenzwertüberschreitungen betroffen und dieser Anteil nimmt weiter zu. In Schleswig-Holstein sind es zum Beispiel 50% und in Niedersachsen über 60%.

Ausgelöst werden die hohen Nitrat-Werte hauptsächlich durch die Landwirtschaft. Massentierhaltung und die Ausbringung von Gülle auf die Felder belasten Grundwasser, Oberflächengewässer und sogar Teile der Ostsee. Auch der EU-Kommission ist die sinkende Grundwasserqualität negativ aufgefallen und hat wegen zu hoher Nitratbelastung bereits zwei Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

Trinkwasser wird knapp in Hamburg

Das Hamburger Trinkwasser wird dem Grundwasser entnommen, aus diesem Grund ist eine exakte Beobachtung und Überprüfung des Pegels und der Qualität wichtig. Nach Einschätzung der Hamburger Bürgerschaft im Juli 2016 ist eine Grund- bzw. Trinkwasserversorgung bis 2030 knapp gewährleistet. Zwar sind seit Ende der 1970er Jahre der Wasserverbrauch gesunken, jedoch fällt seit 2008 eine Stagnation bzw. sogar ein leichter Anstieg auf.

Den Berechnungen zufolge würden im Jahr 2025 nach aktuellen Bevölkerungsprognosen ca. 133,5 Milliarden Liter Trinkwasser pro Jahr gebraucht werden – das sind jedoch ca. 1,5 Milliarden Liter mehr als Hamburg fördern kann. Daher bemüht sich die Hansestadt kontinuierlich um die Sicherstellung der Versorgungsleistung z.B. durch die Erschließung neuer Brunnen auch außerhalb des Hamburger Stadtgebiets.

Problem des lokal steigenden Grundwassers

Lokal kann sich jedoch ein komplett gegensätzliches Bild abzeichnen. Steigender Grundwasserstand führt in manchen Gegenden zu feuchten Kellern und einem Aufweichen des Bodens, was bis zur Gefährdung der Statik eines Gebäudes führen kann. Denn überall, wo es einen künstlich niedrigen Wasserstand gegeben hat, kann durch Rückgang der oberflächlichen Entnahme ein relativer Anstieg des Grundwassers wahrgenommen werden. Dieser hängt aber viel mehr im Zusammenhang mit den örtlichen Gegebenheiten und dem bisherigen künstlichen Absenken des Grundwasserspiegels – nicht mit einem vermeintlichen Anstieg des Grund- und Trinkwassers, da dieser in der Metropolregion Hamburg sinkt.

Bäume pflanzen für mehr Grund- und Trinkwasser

Bäume tragen zur Grundwasserbildung bei und sorgen durch ihre biologische Filterwirkung dafür, dass die Qualität des Grundwassers steigt. Denn durch den Waldboden gefiltertes Wasser ist sauerstoffreich, sauber und gut als Trinkwasser geeignet. Das durch den Waldboden generierte Grundwasser erhöht die Gesamtqualität des Trinkwassers, die durch den Eintrag von Schadstoffen des Verkehrs, der Industrie und, wie beschrieben, vor allem der Landwirtschaft mancherorts stark gemindert ist. Eine erhöhte Grundwasserneubildung kann dazu beitragen die Nitratbelastung zu verringern und wirkt somit der negativen Schadstoffbelastung ausgleichend entgegen.

Somit ist die Filterwirkung von Mischwaldflächen ein wichtiger Faktor um Grundwasser weiterhin als Trinkwasser nutzen zu können. Die Grundwasserneubildung durch Laubbäume ist wesentlich ausgeprägter als bei Nadelbäumen – in Mischwäldern wird jedes Jahr ca. 800.000 Liter mehr Grundwasser pro Hektar gebildet.
Die Umstrukturierung des Bestandes in Mischwälder erhöht also die Grund- und Trinkwasser-Neubildung und die Qualität des Wassers, so werden Laubbäume zum Wasserwerk im Wald.