Diesen Monat hat das Umweltbundesamt eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass sich die Wasserqualität in Deutschland deutlich verschlechtert hat. Im Januar hieß es noch, es seien „keine Beeinträchtigungen festzustellen gewesen“, was die Qualität des Trinkwassers betrifft.

Über 27% der Grundwasserkörper weisen einen Nitratwert über 50 mg/L auf. Dies ist nicht nur schlecht für Flora und Fauna, sondern auch der Verbraucher kann die Nachteile in Form von Kostenerhöhungen von bis zu 45% für das Trinkwasser zu spüren bekommen, da die Wasserversorger auf teure Aufbereitungsmethoden zurückgreifen müssen. Anfang des Jahres hatte auch der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor Kostenerhöhungen gewarnt.

InsbesGrundwasser Trinkwasserondere landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen sind durch Düngungen stark belastet. Grund für die Belastung ist vor allem die Düngung mit Mist und Gülle aus intensiver Tierhaltung. Wie schlimm es tatsächlich um die deutschen Böden steht, wird dadurch deutlich, dass die EU vergangen November Deutschland für seine zu hohe Nitratbelastung verklagt hat.
Durch die neue Düngeverordnung vom Frühjahr 2017 werden zwar bereits Maßnahmen vorgenommen, um dem entgegenzuwirken. Im Bericht des UBA wird allerdings deutlich: „Vorsorge ist billiger als Reparatur“. Durch Aufbereitungsmaßnahmen des Trinkwassers wäre zwar die Sicherheit für den humanen Gebrauch gegeben, wer aber sorgt dafür, dass auch die tierischen und pflanzlichen Mitbewohner vor der Nitratbelastung, welche wir Menschen verursachen, geschützt werden?

Sie können das tun! Wir von der Klimapatenschaft führen mit Unternehmern und ihren Mitarbeiter*innen Baumpflanzungen in der Region durch, bei denen wir in Absprache mit Förster*innen einen Nadelwald durch die Pflanzung von Laubbäumen zu einem Mischwald umfunktionieren.

Der Vorteil von Laubbäumen ist, dass sie besonders im Herbst eine größere Grundwasserneubildung erbringen können als Nadelbäume. Dies ist bei Laubbäumen ausgeprägter, weil dort kein Grasfilz wie bei Nadelbäumen dafür sorgt, dass das Wasser aufgesaugt wird und verdunstet bevor es in den Boden gelangen kann. Laubbäume können jedes Jahr 800.000 Liter Wasser pro Hektar bilden. Mischwälder sorgen somit dafür, dass Wasser leichter in den Boden eindringen kann und der Abtrag bei Hochwasser und Starkregen verringert wird. Bäume tragen neben der Grundwasserbildung auch zu einer Qualitätssteigerung des Grundwassers bei. Schadstoffe wie Nitrat werden von Pilzen und Mikroorganismen im Boden aufgenommen und herausgefiltert. Nitrat hilft Pflanzen beim Wachsen, zu viel davon ist allerdings toxisch für viele Arten, insbesondere für die in Gewässern lebenden. Aber auch der Mensch kann gesundheitliche Auswirkungen zu spüren bekommen, wobei schwangere Frauen und Kleinkinder besonders gefährdet sind. Weitere Vorteile von Mischwäldern sind, dass eine verstärkte Photosynthese-Aktivität stattfinden kann und somit mehr Kohlenstoff gebunden, was auch zu einer Verbesserung der Luftqualität beiträgt.

Der Bericht des UBA bestärkt uns darin, dass wir weiterhin Unternehmen und ihre Mitarbeiter für dieses Thema sensibilisieren möchten und mit unserer Pflanzaktion, die als Social Day von allen Unternehmen genutzt werden kann, eine Plattform bieten gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Wasserqualitätssicherung in unserer Region zu leisten.

 

Quellen