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Das KlimaMoor „Am Löh“, Ahlenmoor

Klimaschutz, CO2-Kompensation und der Erhalt der biologischen Artenvielfalt sind nicht nur ökologisch von immenser Bedeutung, sondern gewinnen auch in politischen und unternehmerischen Räumen stark an Relevanz. Deshalb gehen wir es an! Gemeinsam mit der Naturschutzstiftung Landkreis Cuxhaven und dem Naturschutzamt des Landkreises Cuxhaven renaturiert die Klimapatenschaft GmbH das Teilgebiet „Am Löh“, des niedersächsischen Ahlen-Falkenberger Moores, kurz: Ahlenmoor, und gibt hiermit der Natur etwas zurück.

Sie können Sich an diesem Projekt beteiligen! Verwenden Sie die gebundenen CO2-Emissionen als anteilige Kompensationsmaßnahme, für Ihr Unternehmen, oder unterstützen Sie das Projekt aus Liebe zur Idee und unserer Natur.

 

In dem großen Dreiklang der Herausforderungen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte – Klimawandel, Klimaschutz und Energiewende – spielen Moore eine herausragende Rolle. Und das sage ich nicht nur als zuständiger Naturschutzminister in Niedersachsen. 

Klimaschutz durch Moorentwicklung ist ein wesentliches Ziel in der Politik dieser Landesregierung. Klimaschutz und Naturschutz gehen hier Hand in Hand. Denn Niedersachsen ist Moorland. Hier liegen rund 70 Prozent aller Hochmoore Deutschlands. Mit jedem Moor, das erhalten oder dessen Zustand verbessert wird, tragen wir alle zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen und gleichzeitig zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.

Deshalb: Glückwunsch an alle Beteiligten zu ihrem Beispiel gebenden Modellprojekt. Als Umweltminister wünsche ich mir natürlich möglichst viele Nachahmer.“

– Olaf Lies, Umweltminister Niedersachsen & Schirmherr des Projektes

 

 

 

 

 

Sichern Sie sich jetzt Ihre Beteiligung an diesem Projekt und helfen Sie CO2 zu kompensieren und Natur zu schützen.

 

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Maßnahmen zum Klimaschutz

Durch dieses Projekt werden insgesamt 30.000 Tonnen CO2 gebunden. Es wird somit ein bedeutender Beitrag zur Begegnung des Klimawandels geleistet.

Leben an Land

Durch das Projekt werden 58 Hektar Moorfläche renaturiert und geschützt. Dies trägt maßgeblich dazu bei, einer Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten einen sicheren Lebensraum zu bieten.

 

Die offizielle Eröffnung des Projektes, am 13.12.2019, direkt an der Fläche „Am Löh“. Im Hintergrund der Bagger, der bereits mit den ersten Arbeiten begonnen hat.

Die Erstzeichner, EWE Nordseelauf der Nordsee GmbH, die Cassini AG und die Viebrockhaus AG haben eine Urkunde überreicht bekommen.

Wir freuen uns auf ein tolles Gemeinschaftsprojekt!

Was ist Moor?

Moor entsteht überall dort, wo sich über mineralischem Grund langfristig wassergesättigtes organisches Material bilden kann – der sogenannte Torf. Moore können in verschiedenen Ausprägungen mit verschiedenen torfbildenden Vegetationen entstehen, was von Gegebenheiten wie Klima, Hydrogeologie und Geomorphologie der jeweiligen Fläche gesteuert wird. So können sie z.B. sowohl durch die Verlandung von Gewässern entstehen, als auch durch die Versumpfung von Mineralböden. Bei letzterem sorgt ein ansteigendes Grundwasser oder eine verringerte Abfluss- und Verdunstungsrate für die Entwicklung von Phytomasse, welche durch einen zu geringen Sauerstoffgehalt des Bodens nicht vollständig mineralisiert werden kann und Torfe bildet. Kurz gesagt: Moore somit Landschaften, in denen sich durch eine permanente Wassersättigung des Bodens abgestorbene und nur teilweise zersetzte Pflanzenrest in Form von Torf abgelagert haben.

Oberhalb des Grundwassers ist dieser Prozess überwiegend an die Entstehung von sogenannten Bleichmoosen geknüpft, welche wiederum eine Schlüsselrolle bei der Bildung von Torfen übernehmen. Sie leiten eine Versauerung der aufgebauten Torfe ein und regulieren das chemische Millieu des Bodens. Diese Bleichmoose haben die Eigenschaft verhältnismäßig große Wassermengen zu speichern und zu halten sowie dass sie nur sehr schwer zersetzbar sind und einem schnellen und vollständigen Abbau wiederstehen können. Hierdurch ist der „Abbau“ des Torfes gegenüber der Neubildung, unter natürlichen Bedingungen, deutlich verlangsamt. Moore sind somit in der Lage vertikal zu wachsen.

Moore und Klimaschutz

Moor- und Torfnutzung kann einen klimawirksamen Effekt entfalten. Insbesondere die wirtschaftliche Nutzung des Torfes, als brennbarer Energieträger sowie als Einsatzstoff für Landwirtschaft und Gartenbau, haben die Nachfrage nach und die wirtschaftliche Bedeutung von Torf steigen lassen. Doch auch zu landwirtschaftlichen Zwecken wurden Moore trockengelegt. Durch die Entwässerung von Mooren gelangt Sauerstoff an den Torf und führt dazu, dass dieser zersetzt wird, wodurch große Mengen Treibhausgas, wie CO2 und N2O, wieder freigesetzt werden. Der übergroße Teil der Deutschen Moore ist entwässert, was neben der Freisetzung von Treibhausgasen dazu führt, dass diese Flächen jährlich 1-2 cm an Höhe verlieren.

Dieser hohe Kohlenstoffgehalt des Torfes ergibt sich aus der nicht zersetzen Phytomasse, aus der sich der Torf gebildet hat. Diese Pflanzenreste bestehen zu 50-60 % aus Kohlenstoff. Dies ist der Grund dafür, dass Moore von allen terrestrischen Ökosystemen die höchste Konzentration an Kohlenstoff aufweisen.

Dieser Effekt kann umgekehrt jedoch zu einem sehr wirksamen Instrument in der Begegnung des Klimawandels und der anthropogenen CO2-Emissionen werden. Moore verfügen somit über die Fähigkeit große Mengen CO2 langfristig in sich zu binden. Die Wiederherstellung dieser natürlichen Funktion erlaubt es, CO2 kontrolliert festzusetzen und über einen langen Zeitraum in diesem gebundenen Zustand zu halten.

Die wichtigste Methode in diesem Vorhaben ist die Wiedervernässung trockengelegter Moore, da es einen Zusammenhang zwischen Wasserstand und Treibhausgasemission gibt: Je tiefer der Wasserstand, umso mehr Treibhausgase werden freigesetzt. Ein erhöhter Wasserstand führt also dazu, dass Emissionen aus Mooren gemindert werden. Das erhöhte Wasser schützt den Torf vor der Zersetzung und unterstützt die Bildung typischer Vegetation, wie Bleichmoose. Zum einen verhindert dies die weiteren Emissionen aus diesen trockengelegten Flächen, zum anderen kann ein funktionierendes Moor wieder wachsen und CO2 binden. Die trockengelegten Flächen tragen 5,7 % (51 Mio. t CO2-Äquivalent / Jahr) der gesamten Emissionen Deutschlands bei, was das enorme Potential und die Bedeutung dieser Maßnahmen zur Wasserstandsanhebung und Renaturierung aufzeigt.

 

Das Projekt „KlimaMoor „Am Löh“ Ahlenmoor“

Das Ahlenmoor

Das Ahlenmoor liegt im Herzen des Landkreises Cuxhaven und bildet den Kern der Naturschutzgebiete „Ahlen-Falkenberger Moor, Halemer/Dahlemer See“ (NSG-CUX 7) und „Am Flögelner See“ (NSG-CUX 18), sowie dem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Ahlen-Falkenberger Moor, Seen bei Bederkesa“ (DE2218301).

Ursprünglich hatte das Ahlenmoor, welches neben den weiten Moorflächen auch die bewaldeten Teile des Groß Ahlensowie die Wasserflächen des Dahlemer, Halemer und Flögelner Sees umfasst, eine Ausdehnung von gut 4.000 Hektar. Auch heute noch handelt es sich um einen der bedeutendsten und zum Teil noch naturnahen und weitgehend intakten Hochmoorkomplexe Niedersachsens.

Das Vorgehen

Ziel des Projektes ist es, zunächst das rund 58 Hektar große Teilgebiet des Ahlenmoores, „Am Löh“, zu renaturieren. Dies erfolgt primär durch eine Wieder-Anhebung und Regulation des Moorwasserstandes bei gleichzeitiger Reduktion der Abfluss- und Verdunstungsrate sowie anschließenden Pflege- und Restitutionsmaßnahmen. Hierdurch soll ein wachsendes Hochmoor geschaffen werden, welches Kohlenstoff bindet.

Dies erfolgt primär über das Anlegen von Grabenstauen, Verwallungen und Spundwänden in den zentralen Bereichen des Projektgebietes, für eine optimale Vernässung, sowie gezielte Entkusselungsmaßnahmen (Entfernen von Gehölzen zum Herabsetzen der Verdunstung und Förderung der typischen Hochmoorvegetation).

Das Ahlenmoor als Lebensraum

Moore sind bedeutende Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten – so auch das Ahlenmoor! Es beherbergt mehrere Arten, denen ein Rote-Liste-Status zugewiesen wird:  Rund 30 Pflanzenarten und 64 Tierarten. Das Ahlenmoor bildet somit einen besonderen und überaus bedeutenden Naturraum.

Neben der Bedeutung für die o.g. Arten stellt das Ahlenmoor mit seinen Wasserflächen einen wichtigen Lebensraum für den Fischotter und die Sumpfschildkröte dar. Des Weiteren kommen in den Seen die gefährdeten Fischarten Meerforelle, Ukelei, Karausche, Schlammpeitzger, Hecht und Quappe vor.

 

Die Kooperationspartner